Qualitätsweinstufen in Deutschland

Das Qualitätssystem ist seit dem 1. August 2009 durch die EU-Weinmarktordnung neu geregelt worden.

Das Qualitätssystem von Weinen ist seit dem 1. August 2009 durch die EU-Weinmarktordnung neu geregelt worden.

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Weinberganlage

Die traditionelle deutsche Qualitätshierarchie, deren Bezugspunkt der Zuckergehalt des Mostes (Mostgewicht), somit also der physiologische Reifegrad des Leseguts war, wurde hiermit durch ein herkunftsbezogenes System (Terroir) abgelöst.

Der für Lebensmittel schon länger geltende Schutz der geografischen Herkunft wurde durch diesen Schritt auch auf den Wein übertragen.


Ergänzend zu den EU-Vorgaben gibt es in den einzelnen Mitgliedsstaaten länderspezifische Bestimmungen, die es erlauben, das eigene Qualitätssystem in das übergeordnete Recht zu integrieren und so an traditionellen Begrifflichkeiten festzuhalten. Die neue Systematik unterscheidet im Wesentlichen zwischen Weinen mit und solchen ohne geografischer Angabe. Unter einer geografischen Angabe wird hier eine genauere Herkunftsbezeichnung verstanden, die eine Gegend, einen Ort oder eine Weinbergslage benennt. Die Bezeichnung „Deutscher Wein“ dient also nicht als geografische Angabe.

Mit dieser Verordnung hat man sich an das romanische Qualitätssystem angenähert (vgl. Appellation d’Origine Contrôlée), das bei Wein, aber auch anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen (z.B. Käse) von jeher die geografische Herkunft als Bezugspunkt für eine qualitative Einordnung gesetzt hat.

Die EU-Weinmarktordnung kennt folgende Bezeichnungen:

  • Wein ohne Herkunftsangabe
  • Wein mit geschützter geografischer Angabe ( hierunter fällt Landwein )
  • Wein mit geschützter Ursprungsangabe ( hierunter fallen Qualitätswein/ Prädikatswein )

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, die Trauben eines EU-Staates in einem anderen EU-Staat zu Wein zu verarbeiten, oder Weine zu produzieren, deren Lesegut aus einem oder mehreren Drittländern stammt. Vor dem Inkrafttreten der EU-Weinmarktordnung waren für den Tafelwein – der damaligen untersten Qualitätsstufe – lediglich die Zusatzbezeichnungen weiß, rot, rosé und die Nennung des Herkunftslandes erlaubt. Jetzt ist es möglich, einen Wein der unteren Qualitätsstufe (ohne geografische Angabe) mit der Bezeichnung der Traubensorte und des Jahrgangs zu versehen, was faktisch eine Aufwertung der einfachen Qualitäten bedeutet.

Wein ohne Herkunftsangabe

  • Wein ohne nähere Herkunftsangabe als den Erzeugerstaat und ohne Nennung des Jahrgangs und/oder der Rebsorte. Hier sind in geringem Ausmaß Weinfehler erlaubt, und die Produktionsbestimmungen erlauben eine weitgehende Freiheit in Bezug auf Anbau und Produktion. Für diese Qualitätsstufe sind keine Ertragshöchstgrenzen festgelegt.
  • Wein ohne nähere Herkunftsangabe als den Erzeugerstaat, aber mit Nennung des Jahrgangs und/oder der Rebsorte. Der Wein darf keine Weinfehler aufweisen, sollte sortentypisch sein, und seine Produktion unterliegt einem Erntehöchstertrag.

Wein mit Herkunftsangabe

  • Wein mit geschützter geografischer Angabe (Wein g.g.A.). Diese Qualitätsstufe entspricht dem Landwein. Der Wein sollte einen gebietstypischen Charakter aufweisen und aus Weintrauben stammen, die in dem umschriebenen Gebiet geerntet worden sind. Bei einigen Weinen g.g.A. ist eine Geschmacksrichtung wie „trocken“ oder „halbtrocken“ festgelegt.
  • Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Wein g.U.)

Die Ursprungsbezeichnung benennt eine Gegend, einen Ort oder eine Lage. Diese geografische Herkunft bedingt die Qualität des Weines durch die geografischen Verhältnisse, bestimmte typische Rebsorten, spezifische Formen des Anbaus (Rebschnitt, Stockdichte etc). Für diese Qualitätsstufe gelten die strengsten Produktionsbedingungen.

  •  Für den Anbau: Höchstertrag, Stockdichte, Mindestgrenzen für das Mostgewicht
  • Für die Weinbereitung: Anreichern, Alkoholreduktion, Spriten, Säuern, Entsäuern, Süßen, Art (Flasche oder Fass) und Dauer des Ausbaus
  • Für das Endprodukt: Farbe, Alkoholgehalt, Gesamtextrakt, Geschmacksprofil, Restzucker, Säuregehalt und Vermarktungsrichtlinien

 Vor der Vermarktung werden die Weine sowohl analytisch als auch sensorisch geprüft um eine obligatorische Amtliche Prüfnummer zu erhalten. Man kann also feststellen, dass mit einer enger gefassten geografischen Angabe höher gestellte Produktionsanforderungen verbunden sind.

Qualitätsweine ( früher Q.b.A. )

müssen sich einer sensorischen und analytischen Prüfung unterziehen, um eine Amtliche Prüfnummer zu erhalten. Sie sollen in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Weinfehlern sein und einem gebietstypischen Geschmacksprofil entsprechen. Die Produktion unterliegt spezifischen Bestimmungen, die weitgehend die Parameter für die Weinbereitung und die Vermarktung (Rebsorten, Höchstertrag, Zuckerung, Mindestalkoholgehalt usw.) regeln.

 

Der Prädikatswein ( früher Qualitätswein mit Prädikat )

 

stellt eine gehobene Kategorie der Qualitätsweine dar. An diesen werden besonders hohe Anforderungen bezüglich Mostgewicht, Zustand der Trauben und Art der Lese gestellt. Prädikatsweine müssen ein bestimmtes Mindest-Mostgewicht je nach Prädikatsstufe und Anbaugebiet aufweisen, eine Anreicherung (Chaptalisation) zur Erhöhung des Alkoholgehaltes ist untersagt. Gemessen wird das Mostgewicht in Oechsle, um den Reifegrad zu bestimmen.

 

Die Prädikate sind:

  • Kabinett, Wein, der je nach Rebsorte und Anbaugebiet einen bestimmten Reifegrad hat
  • Spätlese, die Weintrauben müssen in später Lese und vollreifem Zustand geerntet worden sein
  • Auslese, für dieses Prädikat werden vollreife oder edelfaule Trauben ( Edelfäule ) verwendet
  • Beerenauslese, es werden nur edelfaule oder wenigstens überreife Trauben verarbeitet, was eine aufwendige Selektion des Traubenmaterials erfordert
  • Trockenbeerenauslese, aus weitgehend rosinierten edelfaulen Beeren gekeltert und nur in besonders guten Jahren erzeugt
  • Eiswein, aus Trauben gewonnen, die bei Lese und Kelterung gefroren sein müssen und deren Mostgewicht mindestens den für Trockenbeerenauslesen festgelegten Wert erreichen muss.

Weitere mögliche Qualitätsbezeichnungen:

  • Classic, muss aus einer gebietstypischen Sorte reinsortig gekeltert sein. Der Alkoholgehalt muss um ein Volumenprozent höher sein, als von der entsprechenden Qualitätsstufe im Anbaugebiet gefordert.
  • Selection, reinsortiger, trockener, gebietstypischer Wein. Restzucker maximal 9 g/l. Alkoholgehalt mindestens 12,2 %.
  • Hochgewächs, nur für Qualitätswein der Sorte Riesling zulässig. Das Mostgewicht muss 10° Oechsle über dem Richtwert für das jeweilige Anbaugebiet liegen.
  • Erstes Gewächs, nur für den Rheingau, stammt aus klassifizierten Lagen, Weinlese selektiv und per Hand, Höchstertrag 50hl/Hektar, Vermarktung frühestens ab 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres, sensorische Zulassungsprüfung.

Fazit:


Durch die EU-Weinmarktordnung entsteht in Deutschland ein integrales Bezeichnungssystem, das sowohl Elemente des romanischen als auch des germanischen Systems beinhaltet. In der traditionellen deutschen Bezeichnungspraxis stand die Traubenqualität an erster Stelle, die Herkunft spielte eine untergeordnete Rolle. Diese Relation hat sich mit der neuen Qualitätshierarchie umgekehrt.

Die neuen Bezeichnungsvorschriften werden in das traditionelle deutsche System integriert, indem die ehemaligen Landweingebiete zu geschützten geografischen Angaben und die ehemaligen Qualitätsweingebiete zu geschützten Ursprungsbezeichnungen werden.

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